Donnerstag, 9. April 2009

being an e-coachee

Mit diesem Eintrag möchte ich meinen IKT Blog beschliessen! Gerade haben wir im Modul Berufspädagogik noch eine interessante Erfahrung machen könnnen: das e-Coaching am eigenen Leib erfahren. Ich plane selbst Coaching via "e" mit meinen Schülern und Schülerinnen auszuprobieren bzw. anzubieten. Von daher fand ich diese Erfahrung nun doppelt spannend!

Zunächst hatte ich etwas Bedenken, wegen der Anonymität, welches das Setting hatte: jemand die ich nicht kenne coacht mich in Bezug auf ein (mehr oder weniger) persönliches Thema. Die Wahl des Themas war jedoch freigestellt. Es hätte auch ein fikitves Thema sein können. Ich bin jedoch der Meinung, dass es authentischer ist, wenn das Thema einem wirklich „am Herzen“ liegt. Und so war es dann auch. Und das war dann aus meiner Sicht genau ein Aspekt, der das „Fern-Coaching“ sehr real gemacht hat. Die Tatsache, dass ich die Coach-in eben nicht persönlich kannte, hat für mich die Qualität des Austauschs eben gerade NICHT beeinträchtigt. Ich konnte mich sehr frei äussern und hatte vor allem das Gefühl, dass die andere Person mir sehr verbunden ist. Ich hatte das Gefühl, dass ein echtes Interesse da ist und ich habe mich verstanden gefühlt.

Die gemeinsame Plattform ist zu einem speziellen „Inselraum“ geworden, der eben nur uns (und dem Beobachter) gehört hat. Auch mit dem Beobachter hatte ich keine Mühe. Schon das einloggen auf die Seite war für mich „feierlich“. Vielleicht so, wie wenn man sich kurzzeitig in eine Paralellwelt begibt, um nachher gestärkt wieder herauszukommen.

Der Zeitraum war in diesem Projekt von Anfang an begrenzt, sodass der gerade beschriebene Effekt sich nur ansatzweise einstellen konnte. Er war aber deutlich spürbar für mich.
Für mein eigenes Vorhaben, e-Coaching anzubieten finde ich die gemachten Erfahrungen sehr hilfreich. Besonders wichtig scheint mir die Einhaltung der Netiquette. Da alle nonverbalen Informationen, wie ein Lächeln oder Nicken oder Körperhaltung, wegfallen, ist es unerlässlich, die Wertschätzung der anderen Person zu vermitteln. Und das ist sicher nicht immer so einfach. Kompliment an meine e-Coach-in! Der kurze Artikel von Lippmann und Bruseberg, den ich zu einer Einschätzung des e-Coaching gefunden habe, spiegelt einige meiner eigenen Erfahrungen wider.

In gewisser Weise hat auch das Führen dieses Blogs so etwas wie ein Coaching mit sich gebracht. Ich würde es SELBST-Coaching nennen. Ich habe über die Auseinandersetzung mit verschiedensten Themen und Aspekten des IKT meine eigenen Eindrücke, Gedanken und Erfahrungen „gemanaget“ und damit mich eben auch selbst gecoacht (Vgl. auch Blog von nicoret). Und das war eine sehr spannende Erfahrung! Ich kann sie jedem der Freude hat am Schreiben nur empfehlen!

P.S. Das Foto einer Pfadfindergruppe entstand übrigens beim World Youth Day in Sydney 2008. Und für mich sind Pfadfinder Coaches und Coachees in so vielen Lebenslagen. So habe ich das jedenfalls erlebt!

2 Kommentare:

Stefanie hat gesagt…

Liebe Melanie,
Ich habe deinen Eintrag mit grossem Interesse gelesen. Es wäre mein Wunsch, auch einmal so eine Erfahrung zu machen. Wie du, so habe auch ich ein E-Coaching Projekt begonnen und bin mit dem Ergebnis zum jetzigen Stand nicht zufrieden. Ich habe in dem Zeitraum, in dem ich an dem Projekt gearbeitet habe, herzlich wenig "E"-gecoacht. Unterm Strich habe ich - auf klassische Art und Weise - mehr mit den SchülerInnen gesprochen.
Wichtig scheint mir auch deine Bemerkung, dass das Thema zu dem gecoacht wird - ein relevantes sein sollte. Die SchülerInnen mit denen ich arbeitete, machten mit, weil ich sie darum gebeten hatte und nicht, weil sie einen echten Bedarf sahen.
Da das Thema bei uns das eigene Lernverhalten war (Lernberichte), glaube ich nicht, dass die SchülerInnen sich nicht trauten, offen zu sein. Dieser Punkt spielt wohl eher (wie bei dir auch) bei persönlichen Coaching-Themen eine Rolle.
Für mich ist das Fehlen nonverbaler Kommunikation beim E-Coaching ein wichtiger Punkt. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass dieses Gefühl des Verbunden seins wirklich entstehen kann. Dadurch, dass ich meine SchülerInnen mehrmals in der Woche sah, konnte ich dazu mit meinem Projekt keine Erfahrung sammeln. Drum find ich deinen Beitrag so spannend.
Mich würden Details zu den Rahmenbedingungen deiner E-Coaching Erfahrung interessieren, vielleicht hättest du mal Lust und Zeit für einen Kaffee ;-)?
Liebe Grüsse
Stefanie

Ewa`s Blog hat gesagt…

Liebe Melanie

Das Thema Coaching ist auch für mich aktuell. Ich kann es mir gut vorstellen, mir diesem Ansatz mit meinen Schülern zu arbeiten und ihnen verhelfen zur Selbständigkeit zu gelangen. Dabei denke ich an das Lernplan 21 für die Volksschule, das im Moment in der Vernehmlassung ist. Der Lehrplan 21 ist auf selbstregulierendes Lernen ausgerichtet, in dem differenzierte Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler mittels Kompetenzrasters evaluiert werden sollte. Dies ist positiv, doch muss sich dies in den weiterführenden Schulen unbedingt fortsetzen. Die Ideologie dieses Lehrplans darf nicht mit dem Ende der obligatorischen Schule aufhören.

Wenn der Lehrplan 21 tatsächlich in der Volksschule umgesetzt wird und danach in den Mittelschulen (Sek II) greift, werden die Coachingkompetenzen sehr gefragt und das, was wir in PB gelernt haben, wird Einsatz finden.

Ich wünsche Dir einen guten Abschluss, hoffe auf ein baldiges Wiedersehen und grüsse Dich herzlich